Glossar: Licht und FineArt-Druck

CRI (Color Rendering Index / Farbwiedergabeindex)

Kurzdefinition: Misst, wie genau eine Lichtquelle Farben im Vergleich zu Tageslicht wiedergibt. Skala von 0-100.
Warum es wichtig ist: Ein niedriger CRI lässt Farben auf Prints verfälscht aussehen. Professionelle Druckabnahme erfolgt unter CRI 95+.

Typische Werte:

  • Sonnenlicht: 100
  • Profi-Normlicht: 95-98
  • Gute LEDs: 90-95
  • Standard-LEDs: 80-85
  • Billig-LEDs: 70-80

Limitation: CRI testet nur 8-14 Farben und zeigt keine Farbverschiebungen (Tint).

D50 / Normlicht

Kurzdefinition: Standardisierte Lichtquelle mit 5000 Kelvin Farbtemperatur, die Tageslicht mittags simuliert. ISO-Standard für Druckabnahme und Farbbeurteilung.
Warum es wichtig ist: Nur unter D50 kannst du sicher sein, dass die Farben so aussehen, wie sie gedruckt wurden. Ohne D50 keine verlässliche Qualitätskontrolle.
Verwandte Begriffe: D65 (6500K, kälteres Tageslicht), Farbtemperatur

Farbtemperatur (Kelvin)

Kurzdefinition: Beschreibt die „Farbe“ des Lichts von warm (niedrig, rötlich) bis kalt (hoch, bläulich). Wird in Kelvin (K) gemessen.
Warum es wichtig ist: Sagt dir, ob Licht warm oder kalt wirkt – aber NICHT, ob es gut ist. 5000K kann brillant oder grauenhaft sein, je nach Spektrum.

Typische Werte:

  • Kerzenlicht: ~1800K
  • Glühbirne: ~2700K
  • Warmweiß LED: 2700-3000K
  • Neutralweiß: 4000K
  • D50 Normlicht: 5000K
  • Tageslicht: 5500-6500K

Wichtig: Kelvin ≠ Qualität. Nur in Kombination mit CRI/TM-30 aussagekräftig.

Metamerie

Kurzdefinition: Phänomen, bei dem zwei Farben unter einer Lichtquelle identisch aussehen, unter einer anderen aber unterschiedlich.
Warum es wichtig ist: Dein Print kann in der Galerie perfekt aussehen und zuhause völlig anders – ohne dass sich am Print etwas geändert hat. Metamerie ist der Hauptgrund für Enttäuschungen.
Praxisbeispiel: Ein Blauton im Meer sieht unter D50 perfekt aus. Unter billiger LED wirkt er plötzlich grün, weil das LED-Spektrum im Blau-Bereich Lücken hat.

 

Spektrum

Kurzdefinition: Die Verteilung aller Wellenlängen (Farben) im Licht. Gutes Licht hat ein kontinuierliches Spektrum, schlechtes hat Lücken oder Spitzen.
Warum es wichtig ist: Das Spektrum entscheidet, ob Farben natürlich wirken. Farbtemperatur allein sagt nichts über das Spektrum aus.
Unterschied:

Sonnenlicht: Kontinuierliches Spektrum, alle Farben gleichmäßig
Billig-LED: Spitzen bei Blau, Lücken bei Cyan und Rot
Glühbirne: Kontinuierlich, aber zu viel Rot

Tint

Kurzdefinition: Farbverschiebung einer Lichtquelle in Richtung Grün oder Magenta/Rosa. Wird nicht vom CRI erfasst.
Warum es wichtig ist: Selbst eine LED mit CRI 95 kann einen Grün- oder Rosa-Stich haben. Dein Print wirkt dann verfärbt, obwohl er perfekt gedruckt ist.
Ursache: Bei LEDs meist durch ungenaue Phosphor-Beschichtung. Zu viel Rot ergibt Rosa, zu wenig Rot bei zu viel Grün ergibt einen Grünstich.
Messung: Nur mit Spektralphotometern sichtbar, nicht mit dem bloßen Auge bei neutralem Licht erkennbar – im Licht, auf dem Druck ist der Stich verfälschend sichtbar. 

TM-30

Kurzdefinition: Modernes Bewertungssystem für Lichtqualität, das CRI ablösen soll. Testet 99 Farben statt 8 und gibt zwei Werte: Rf (Genauigkeit) und Rg (Sättigung).
Warum es wichtig ist: TM-30 ist deutlich präziser als CRI. Es zeigt auch, welche Farbbereiche problematisch sind und ob Farben gesättigter oder matter wirken.
Werte:

Rf (Fidelity): Wie genau Farben wiedergegeben werden (ähnlich CRI, aber besser)
Rg (Gamut): Ob Farben übersättigt (>100) oder entsättigt (<100) wirken Problem: Noch nicht weit verbreitet. Wenn ein Hersteller TM-30 angibt, ist das meist ein Qualitätsmerkmal.

Dieses Glossar wächst mit jeder Episode der Blog-Serie zum Thema Licht. Neue Begriffe werden fortlaufend ergänzt.